Oft sind es kleine und scheinbar unbedeutende Kniffe, die die Freude an der Kunst des Ostererverzierens um ein Vielfaches erhöhen können. So gibt es sicherlich viele Dinge, um die die Färbekraft der Farbe XY noch zu verbessern, die das Ausblasen vereinfacht oder die Haftung des Wachses verbessert.
Daher soll diese Rubrik von Ihrer Mitarbeit leben, denn hier werden zukünftig von Ihnen eingesandte Tipps anderen Menschen zugänglich gemacht. Vielleicht können gerade Sie anderen helfen, so wie diese Seiten vielleicht auch Ihnen geholfen haben.
Wir werden den Anfang mit 12 allgemeinen Hinweisen im Bereich der Reservier- und Buntwachstechnik machen.

    Vorbereitung

 · Löcher positionieren
 · Eier ausblasen
 · Einlochtechnik
 · Federn
 · Vorzeichnen mit Schablonen

 

    Färben

 · Färbetipps
 · Naturfarben
 · andere Farben

   Nachbehandlung

 · Wachs entfernen
 · Aufhänger anbringen
 · Pflege der Eier



Vorbereitung


 · Löcher positionieren

Das Ei wird locker in eine (trockene und fettfreie) Hand genommen und versucht, die höchste Stelle zu finden (ein dunkler Hintergrund vereinfacht die Sache nicht unerheblich). An dieser Stelle wird mit einem Bleistift ein kleiner Strich gemacht. Nach einer viertel Drehung des Eies wird wieder die höchste Stelle markiert. Am Ende befinden sich an dem Eiende mehrere Striche, die sich im günstigsten Fall an einer Stelle kreuzen. Bilden sie einen Kreis, nimmt man einfach die Mitte (siehe linkes Bild). Im Zweifelsfall schätzt man die richtige Lage noch einmal im Draufblick ab und korrigiert bei Bedarf. Das ganze noch mal am anderen Ende und die Löcher sitzen perfekt.


 · Eier ausblasen

  1. Ausgeleierte Wangen erspart man sich mit Ausblaspumpen die für wenig Geld (ca. € 2,50 mit Eibohrer) zu Ostern in vielen Geschäften zu bekommen sind.

  2. Nimmt man zum Ausblasen Eier die Zimmertemperatur haben, so blasen sie sich leichter aus. Durch die höhere Temperatur ist das Eiweiß dünner und läuft besser ab.

  3. Stochert man vor dem Ausblasen mit einer Nadel (oder bei Ausblaspumpen mit der Kanüle) in dem Ei herum und rührt noch ein wenig, läuft auch das Eigelb besser ab, da die Dotterhaut kaputt ist

  4. Klemmt die Dotterhaut oder eine Hagelschnur im Loch, einfach mal umdrehen und versuchen, ob das Ganze nicht zum anderen Loch hinaus will.



 · Einlochtechnik

Ärger mit nicht genau zentrierten und die Symmetrie störenden Löchern kann man mit der Einlochtechnik vermeiden. Dabei wird statt den zwei Ausblaslöchern nur das an der Spitze gebohrt (falls die Eier an der stumpfen Seite aufgehängt werden sollen, nur diese Seite). Zum Ausblasen kommt man nun jedoch nicht mehr um einen Blasebalg herum. Unter Berücksichtigung der Ausblastipps wird die Luft wie auf der Abbildung in das Ei gepumpt. Zum Anfang sehr vorsichtig, da der Druck nur zum Loch hin entweichen kann. Daher sollte die Kanüle auch nicht zu weit in das Loch gesteckt werden. Kommen schließlich die dickeren Bestandteile, sollte die Kanüle hinausgezogen werden. Der verbleibende Druck im Ei reicht normalerweise, um die Hagelschnüre und Dotterhaut hinauszudrücken. Eier mit einer dünnen Schale können bei dieser Technik aber auch leicht platzen! Zum Ausspülen kann der Blasebalg mit Wasser gefüllt werden, um dieses dann hineinzuspritzen.


 · Federn

  1. Allgemeines
    Wie schon bei den jeweiligen Techniken erwähnt, werden Gänsefedern im allgemeinen als am besten geeignet angesehen. Aber es eignen sich auch die Federn anderer Vögel, wobei jedoch die Haltbarkeit sehr verschieden ist. Für feine Tupfer verwenden wir aber am liebsten Taubenfedern, die man entweder von Züchtern bekommt oder an geeigneten Stellen findet. Durch ihren gleichmäßigen und feinen Aufbau werden die Tupfer immer sehr akkurat.
    Egal von welchem Vogel die Tupfer stammen, zielt man einmal neben den Löffel und kommt in den heißen Luftstrom der Flamme, so verbiegt sich oder verschmort auch der beste Tupfer. Daher stellen wir die Kerze bzw. das Petroleumlämpchen immer an das gegenüberliegende Ende des Löffels (bei Rechtshändern also links hinten). Das hat uns schon so manchen Tupfer gerettet und auch einige Verbrennungen erspart.

  2. Schleißen
    Nimmt man immer nur wenige der Seitenzweige und zupft sie nach unten hin ab, wobei man die Feder oberhalb dieser Stelle festhält, passiert es nur selten, dass die Feder bricht oder zerreißt.

  3. Zurechtschneiden
    Besser als eine Schere sind für feine Tupfer ein Skalpell, ein Cutter oder auch eine Rasierklinge geeignet, um dem Tupfer die gewünschte Form zu geben. Dazu legt man den Tupfer flach auf eine helle (bei dunklen Federn) Unterlage und drückt die Klinge, ohne sie hin und her zu ziehen, herunter.


· Vorzeichnen mit Schablonen

Obwohl es Küstler gibt, die die Ostereier frei Hand verzieren, ist es normalerweise von Vorteil einige Orientierungslinien auf dem Ei vorzuzeichnen. Wir verwenden dazu seit einigen Jahren selbst angefertigte flexible Schablonen, die wir jetzt auch hier zur Verfügung stellen möchten. Die Vorlagen enthalten Schablonen zur Einteilung des Eies sowie Kreis- und Ovalschablonen zum Vorzeichnen von Mustern. So funktioniert es:
1. Mit der linken Maustaste auf die Schaltfläche "Schablonen herunterladen" klicken und die Schablonen sollten sich in einem neuen Fenster öffnen.
2. Im Menü des Acrobat-Readers "Drucken" auswählen (wenn die Möglichkeit zum Laminieren besteht, genügt zum Drucken dünnes Papier, sonst Zeichenkarton zum Drucken verwenden).
4. Durch das Laminieren der Seiten werden sie deutlich stabiler und haltbarer (kann auch in Copy-Shops/Druckstudios in Auftrag gegeben werden).
5. Die Kreis- und Ovalflächen (im Bild rechts grau unterlegt) mit einer Nagelschere oder einem Cutter sorgfältig ausschneiden. Wir hatten das Glück einen Kreischneider zu besitzen (wie ein Zirkel mit einer Klinge statt Mine - gibt es in Bastelfachgeschäften und im Internet ab ca. fünf Euro), was das Ausschneiden sehr vereinfachte.
6. Die Schablonen der ersten beiden Blätter können im Ganzen bleiben, während die Musterschablonen auf dem dritten Blatt einzeln ausgeschnitten werden sollten.
7. Anwendung: Die Schablonen mit den Maßen von 4,0 - 4,9 können für die meisten Hühnereier zum Einrichten der Grundsymmetrie genutzt werden und die Musterschablonen mit den Zentimeter-Angaben zum Erstellen unterschiedlichster Muster (beschrieben unter Schritt für Schritt).

 

Farben


 · Färbetipps

  1. Farbbehälter
    Da sich Glasbehälter gut reinigen lassen und wir die Farben häufig tansportieren müssen, verwenden wir verschließbare Einweckgläser. Metallbehälter oder Gläser mit Metalldeckeln fangen bei längerer Lagerung und besonders bei Verwendung von Beizen sehr schnell an zu rosten und sind daher nicht zu empfehlen.

  2. Färben mit ausgeblasenen Eiern
    Färbt man ausgeblasene Eier, so ergibt sich spätestens beim Färben das Problem, dass die Eier schwimmen. Früher ließen wir das Ei einfach volllaufen, indem es mit einem Löffel in die Lösung getaucht wurde. Dabei ergaben sich aber dann einige Probleme. Zunächst rutschten uns nicht nur einmal die Eier beim Ablaufen vom Löffel und plumpsten in die Farblösung zurück (inklusive Spritzern und teilweise mit Rissen im Ei). Außerdem wurden sie meist nicht vollständig leer, so dass später immer wieder Tropfen herauskamen und Tisch und Sachen verzierten. Zuletzt kam es immer wieder vor, dass die Farbe durch die Poren in den Schalen nach außen drückte. Das Resultat waren dann hässliche Flecken und Punkte auf dem Ei.
    Heute verschließen wir die Eier mit Wachs. Das Problem ist nun, dass die Eier schwimmen. Bei intensiven Farben, die bereits in Zeiten unter einer Minute färben, genügt es, die Eier mit einem Löffel ständig zu drehen. Bei längeren Färbezeiten tauchen wir die Eier mit einem kleinen Gläschen (z.B. Babynahrung / Kondensmilch) unter. Dabei sollte das Ei aber auch ab und zu gewendet werden um helle Flecken zu vermeiden.

  3. Gläschen zum Untertauchen,
    haben bei besonders großen Eiern (z.B. XL-Eier, Gänseeier) oft nicht genügend Gewicht, so dass ein Teil des Eies nicht eintaucht. Füllt man etwas Wasser hinein wird es schwerer und das Problem ist erledigt.
     
  4. Zusätze
    1-2 Eßlöffel 10%igen Essig auf 250 ml Farblösung erhöhen die Farbbrillianz bei allen Farben, da sie die Eischale anraut und damit die Farbpigmente besser haften. (Achtung! Erscheinen Bläschen auf dem Ei, ist die Essigkonzentration zu hoch und die gefärbt Kalkschicht wird gleich wieder abgelöst)
    Salz soll denselben Effekt haben, jedoch konnten wir bei den von uns verwendeten Farben keinen signifikanten Unterschied feststellen.
    Ein Tropfen Spülmittel soll die Netzfähigkeit der Farblösung verbessern, aber auch hier hatten wir mit unseren Farben keine besseren Färbeergebnisse.

  5. Temperatur der Farbe
    Prinzipiell gilt, dass alle Farben bei höheren Temperaturen besser färben. Die maximale Temperatur wird aber durch einige Faktoren bestimmt:
  6. Daher verwenden wir die Farben grundsätzlich nur wenn sie Zimmertemperatur haben.

  7. Fleckig gefärbte Eier,
    kann man meist retten, wenn sie mit einer leichten Essiglösung (ca. 5%) abgerieben werden bis die Farbe sich wieder abgelöst hat. Nach dem Trocknen kann man sie erneut färben. (jedoch decken die Farben meist nicht mehr so gut)



 · Naturfarben

Obwohl Naturfarben schlechter färben, empfindlicher gegenüber Sonnenlicht sind und ihre Zubereitung aufwändiger ist, finden sie immer mehr Anhänger.Vielleicht liegt es an dem Versuch, alte Traditionen neu zu beleben, den meist zarten pastellfarbenen Tönen oder einfach wegen der viel geringeren Belastung der Umwelt. Die Eier haben auf jeden Fall ihren eigenen Reiz und auch Allergiker ihre Freude daran.
Da die Methode der Erzeugung eines Farbsudes von ihren Anhängern meist als ein Geheimnis gehütet wird, und wir selbst keine Naturfarben verwenden, müssen sie viele Dinge selbst probieren. Hier erst mal einige allgemeine Hinweise. Auf jeden Fall müssen die Naturfarbmittel mit Wasser aufgekocht oder abgebrüht werden, wobei wir keine Tipps zur Menge der zu verwendenden Farbmittel geben können. Experimentieren Sie einfach mit den Mengen und ihrer Zubereitung und der Färbedauer. Gern präsentieren wir hier Ihre Rezepte.
Folgende Farben können sie erzeugen:

Die Zugabe von Essig (siehe Färbetipps) verbessert bei allen Farben die Farbtiefe und Brillianz.



 · andere Farben

Farben sollten grundsätzlich in höherer Konzentration als auf der Verpackung angegeben verwendet werden. Wir verwenden im Normalfall die doppelte bis dreifache Konzentration gegenüber den Herstellerangaben. Wie auch bei den Naturfarben verbessert die Zugabe von Essig (siehe Färbetipps) bei allen Farben die Farbtiefe und Brillianz.
Normalerweise werden zu Ostern die Eier mit handelsüblichen Ostereierfarben gefärbt, wobei es sich zugleich auch um Lebensmittelfarben handelt. Diese Farben sind billig und genügen auf jeden Fall für das Färben kleinerer Eiermengen. Sie färben z.T. in schönen Pastellfarben die anderwertig schwer zu erzeugen sind und sind gesundheitlich unbedenklich. Ihre Nachteile sind geringe Ergiebigkeit, wenige Überfärbungen möglich in der Reserviertechnik, geringere Beständigkeit gegen abgreifen und verblassen und schnelles Verschimmeln im Farbbehälter bei Lagerung.
Stofffarben sind laut Verpackung häufig nur zum heißfärben geeignet und sind Flüssig bzw. als Pulver in Drogerien erhältlich. Daher sollten sie zunächst auf jeden Fall aufgekocht werden. Nach dem vollständigen Abkühlen behalten sie meist noch gute Färbeeigenschaften. Sie färben kräftig, sind ergiebig, gut überfärbbar, gesundheitlich relativ unbedenklich und in vielen Farben erhältlich.
Leider sind sie auch ziemlich teuer und Spritzer auf der Kleidung sind absolut echt. Außerdem entstehen auf den Eiern nicht immer die abgebildeten Farben sondern teilweise sehr extravagante Nuancen die man auch kaum ein zweites Mal hinbekommt.
(Holz-)Beizen erhält man ebenfalls als Pulver oder Flüssig in Baumärkten. Das Pulver wird laut Vorschrift mit heißem Wasser angerührt und kann nach dem Abkühlen ganz normal verwendet werden. Beizen färben noch aggressiver als Stofffarben und ermöglichen z.T. sogar das Rückfärben zu helleren Farben (wobei natürlich die hellere Farbe im Behälter verschmutzt). Die Farben sind meist sehr rein und kräftig, extrem ergiebig und in gut verschlossenen Gefäßen auch jahrelang haltbar. Sie sind aber auch sehr teuer, sehr aggressiv gegenüber Metall, färben Textilien und Haut sehr gut, sind in weniger Farbtönen als Stofffarben verfügbar und ergeben nicht immer den gewünschten Farbton.
Tinten sind eine weitere Alternative, die in Schreibwarenläden zu bekommen ist. Sie werden mit Wasser verdünnt und brauchen normalerweise nicht erhitzt werden. Das Deckvermögen, die Farbreinheit und Ergiebigkeit ist bei Tinten recht gut. Allerdings ist die Auswahl an verschiedenen Farben sehr beschränkt (kann aber durch Mischen erweitert werden), die Haltbarkeit geringer als bei Stofffarben und der Preis ist auch nicht gerade gering.

Als Fazit bietet jede Variante ihre Vor- und Nachteile die für jede Farbe gegeneinander abgewogen werden sollten. Wir verwenden Farben aus verschiedenen Bereichen und fahren recht gut damit. Die wenigsten Flecken und reinsten Farbtöne ergeben sich bei Echtfarben, also Farben die nicht aus verschiedenen Farbtönen (siehe Inhaltsangabe) gemischt sind.


Nachbehandlung


 · Wachs entfernen

Hat man viele ausgeblasene Eier in der Wachsreserviertechnik verziert, kann man das zeitaufwändige Abschmelzen vereinfachen. Im Backofen können mehrere Eier zugleich erwärmt und anschließend nur noch vorsichtig mit etwas Zellstoff abgewischt werden. Der Backofen sollte auf ca. 60-70°C Ober-/Unterhitze eingestellt werden. Erst wenn die Temperatur erreicht ist, werden die Eier auf den Rost gelegt. Ein doppelt gelegtes Küchentuch darunter verhindert Wachsflecken im Garraum. Nach kurzer Zeit (ca 5 Minuten) ist das Wachs vollständig zerlaufen und das Ei kann entnommen (heiß!) und vorsichtig abgewischt werden.


 · Aufhänger anbringen

Möchte man, wie es bei den Sorben Brauch ist, die Eier zu Ostern an  einen Osterstrauß hängen (was auch nicht gefährlicher ist als eine mundgeblasene Christbaumkugel aufzuhängen) so benötigt das Ei einen Aufhänger. Diese sind käuflich zu einem Wucherpreis erwerbbar. Billiger kommt man in jedem Fall mit selbstgebasteltem Material. Dazu knotet man einen Bindfaden an ein ca. 1 cm langes Stück von einem Zahnstocher oder Streichholz. Die Schnur dann noch zu einer Schlaufe (sollte länger als das Ei sein, falls das Hölzchen nach unten rutscht) zusammenknoten und das Hölzchen, wie in der Animation links, in das Ei einführen. Dieser Aufhänger hält sehr sicher und ist nur mit viel Geduld wieder herauszubekommen.



 · Pflege der Eier

  1. Bossiertechnik
    Besonders an warmen Tagen neigen die verwendeten Wachse dazu, die leichter flüchtigen Bestandteile "auszuschwitzen". Besonders dunkle Farben wirken durch diesen dünnen Belag mit der Zeit grau und unrein. Wird das Ei mit einem weichen Tuch (oder auch eine saubere und weiche Schuhbürste) überpoliert erstrahlen sie jedoch schnell wieder in altem Glanz.

  2. Aufbewahrung
    Verzierte Ostereier sollten grundsätzlich nicht in der prallen Sonne liegen. Die Hitze kann bei Eiern die mit Bossiertechnik verziert werden zum Schmelzen des Wachses führen. Auch gefärbten Eiern schadet die Sonne. Besonders Naturfarben und auch Lebensmittelfarben verblassen durch die UV-Strahlen innerhalb weniger Jahre.


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