Ein besonders geheimnisvoller und, wie viele andere auch, aus vorchristlicher Zeit stammender Brauch war das Holen des sogenannten Osterwassers. Ihm wurde nachgesagt, dass es Gesundheit und Schönheit fördert. Dazu wusch man sich mit ihm und besprengte das Vieh und mancherorts auch andere Menschen, denen man begegnete.
Seine Beschaffung war allerdings auch nicht einfach, denn es musste aus einem Fluss geschöpft werden, der aus östlicher Richtung floss (aus der Richtung des Sonnenaufganges). Die Mädchen holten es in der Nacht vom Samstag zum Ostersonntag schweigend und in aller Heimlichkeit. Das Wasser wurde mit einem Tonkrug geschöpft und musste auch wieder schweigend nach Hause gebracht werden, bevor die Sonne aufging. Natürlich versuchten junge Burschen die Mädchen zum Reden oder Lachen zu bringen. Wenn sie es schafften, wurde das Osterwasser zu "Plapperwasser", welches alle fördernden Eigenschaften verlor. Schafften sie es aber, wuschen sie sich damit zu Hause Hände und Gesicht und konnten nun für ein Jahr auf Gesundheit und Schönheit hoffen.
Sicher glauben auch heute noch einige Menschen an die Wirkung des Osterwassers und das eine oder andere Mädchen macht sich in der Nacht zum Ostersonntag mit seinem Tonkrug auf den Weg.

 

 

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