Paten zu haben ist an sich kein besonderes sorbisches Brauchtum. Für jene die damit nichts anfangen können: Als Paten werden jene Menschen bezeichnet, die als Taufzeugen zugegen waren. Häufig bekommt ein Kind auch von ihnen zu seinen Geburtstagen, seiner Konfirmation und auch seiner Hochzeit kleine oder größere Geschenke. In ländlichen Gegenden sind es normalerweise 6 Paten, wärend es in Städten meist nur 2 oder 3 sind.

Der eigentliche Brauch liegt darin, dass in vielen Lausitzer Ortschaften noch die Kinder am Ostersonntag mit einem Körbchen zu ihren Paten gehen und dort Geschenke bekommen. Traditionell gehören dazu 2 bis 3 gefärbte und teilweise auch verzierten Ostereier und als Naschwerk eine Oster(mohn)semmel oder auch Pfefferkuchen und kleine Spielsachen.
Das letzte mal kommt das Patenkind im Jahr seiner Konfirmation. Dann bedankt es sich mit einem Gedicht für alle Geschenke und die Unterstützung, die es bis dahin erfahren hat.

(Foto: Eine Ostersemmel war 1 - 1,5 Fuß lang! / aus Spreewälder Trachtenreigen, ISBN 3-932364-11-6, Seite 72)

 

 

 

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